- Google bittet um Ausnahme in Werbeblockern
Der Internetkonzern Google hat offenbar in einigen Regionen der Welt begonnen, die Nutzer von Werbeblockern darauf aufmerksam zu machen, dass sie durch ihre Entscheidung, sich möglichst keine Werbung anzeigen zu lassen, die kostenlose Bereitstellung von Googles Diensten ausnutzen. Wie das Google Operating System Blog berichtet, zeigt Google in Brasilien seit kurzem eine entsprechende Meldung an, wenn ein Nutzer seine Suchmaschine nutzt und dabei einen Werbeblocker aktiviert hat. Darin bittet das Unternehmen die Besucher, den Blocker auf den Seiten von Google abzuschalten, weil diese schließlich über Werbeeinblendungen finanziert werden. Konkret heißt es da sinngemäß, dass der Nutzer offenbar einen Werbeblocker einsetzt. Dieser sei leicht so einzustellen, dass nur auf den Seiten von Google die gemeinhin als wenig störend empfundene Werbung des Internet-Riesen angezeigt wird. Die weiteren Einstellungen des Werbeblockers und des Systems des Nutzers seien davon nicht betroffen. Im Anschluss folgt […]
- Apple Music hat nach einem Monat bereits 10 Mio. Nutzer (aber…)
Der kalifornische Konzern schweigt in Sachen Apple Music bisher eisern zum Thema Abonnenten-Zahlen. Insider wollen nun in Erfahrung gebracht haben, dass der Spotify-Konkurrent in vier Wochen bereits mehr als zehn Millionen Nutzer gewinnen konnte. Wie viel diese Zahl „wert“ ist, wird sich aber erst in gut zwei Monaten zeigen bzw. falls Apple offizielle Zahlen dazu veröffentlicht. Zehn Millionen Apple Music-Nutzer: Das ist die Abonnenten-Zahl, die das Musikbranchen-Blog unter Berufung auf Quellen bei mehreren Major-Labels in Erfahrung gebracht haben will. Diese Informanten sind eigenen Angaben nach davon überrascht, wie hoch die Zahl nach nur vier Wochen ist. Details nennt man zwar nicht, die Insider meinen aber, dass man bei einigen spezifischen Streaming-Angeboten (erwähnt werden hier aktuelle Hip-Hop-Alben) bereits an die Zahlen von Spotify heranreicht. Das Blog meint, dass einige Rechtebesitzer es gerne hätten, wenn Apple diese für sie erfolgreichen Zahlen herausgibt, […]
- Vegetarisch: Laubfrösche mit Meerrettichsauce und Krautschnitzel
Zutaten Für die Laubfrösche 8 große Mangoldblätter mit Stiel 100 g Spinatsalat 1 Zwiebel 1 Knoblauchzehe ca. 70 g Butter 100 ml Milch 50 ml Sahne Salz schwarzer Pfeffer aus der Mühle 200 g Weißbrot 100 g Vollkornbrot 8 Zweige Majoran 1 Bund Petersilie Muskatnuss 2 Eier (M) 150 ml Gemüsebrühe 80 g Semmelbrösel Für die Meerrettichsauce 30 g Butter 200 ml Milch 200 ml kalte Gemüsebrühe 150 ml Sahne 20 g Mehl (Type 405) 2?4 TL frisch geriebener Meerrettich (wahlweise Meerrettich aus dem Glas) Salz Spritzer Weißwein (siehe Getränk) 1 EL Schnittlauchröllchen Zubereitung: Für die Laubfrösche Mangoldblätter mit Stielen voran in einen schlanken Topf mit kochendem Wasser stellen und zusammensacken lassen. Sind die Blätter unter Wasser getaucht, Mangold abgießen und in kaltem Wasser abkühlen. Spinat in lauwarmem Wasser gründlich waschen und trockenschleudern. Blätter und Stiele vom Mangold trennen, Blätter […]
- Aktuelle Technik-Blitzangebote von Amazon im Vergleich
Die großen Online-Händler locken inzwischen täglich mit Sonderpreisen. Da ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Denn diese verteilen sich über mehrere Seiten, werden teilweise so platziert, dass die Aufmerksamkeit auch auf normale Angebote fällt oder nur eine umfangreichere Recherche zeigt, dass es dann doch noch billigere Anbieter gibt. WinFuture.de-Leser haben diese Probleme nicht. Auf dieser Seite präsentieren wir täglich ausgewählte Schnäppchen aus den Bereichen Hardware, Film & TV, Spiele & Software sowie ausgewählten Produkten des täglichen Bedarfs. Wie hoch die Ersparnis zum Straßenpreis wirklich ist, verrät ein Blick auf die jeweilige Preisvergleich-Box. Tipp: Mit unserem Widget hast du die Möglichkeit diese speziellen Angebote auf deiner Website oder deinem Blog einzubinden. Durch den direkten Vergleich zum Straßenpreis ergibt sich ein echter Mehrwert für deine Besucher und über die Teilnahme am Amazon-Partnerprogramm lässt sich ggf. der eine oder andere Euro […]
- An den Kosten sparen, nicht am Komfort
Warmes Wasser benötigt jeder Haushalt. Wer dabei Kosten, nicht aber am Komfort sparen will, muss mit kühlem Kopf planen. Schwäbisch Hall-Expertin Ingrid Lechner zeigt hier wichtige Entscheidungshilfen bei der Suche nach dem geeigneten System auf. Warmes Wasser wird über die Energieträger Öl, Gas, Fernwärme, Solarthermie oder Strom gewonnen. Damit es jederzeit in ausreichender Menge und der gewünschten Temperatur zur Verfügung steht, kann ein dezentrales, mit Strom oder Gas betriebenes System installiert werden. Die Alternative dazu ist ein zentrales System, das an die Heizungsanlage angeschlossen ist. Die dezentrale Warmwasserversorgung übernimmt ein Durchlauferhitzer, der das Wasser unmittelbar vor dem Gebrauch erwärmt. Dies bietet sich an, wenn kein Platz für einen größeren Speicher vorhanden ist oder nur unregelmäßig Warmwasser benötigt wird ? wie etwa im Gäste-WC. Elektro-Durchlauferhitzer überzeugen dabei durch geringen Platzbedarf, sind allerdings nicht für die Versorgung mehrerer Entnahmestellen geeignet. Gas-Durchlauferhitzer sind […]
- CES: Asus stellt Smartphone-Reihe Zenfone mit Intel-Atom-CPUs vor
Asus hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine neue Smartphone-Familie mit Intel-Atom-Prozessor enthüllt. Die drei angekündigten Modelle der Reihe ?Zenfone? bieten Bildschirmdiagonalen von 4 bis 6 Zoll. Sie laufen unter Android 4.3 Jelly Bean und sollen alle ein Update auf die aktuelle Version 4.4 KitKat erhalten. Das 4-Zoll-Modell Zenfone 4 wird es in fünf Farben geben (Bild: Asus). Das Einstiegsmodell Zenfone 4 ist mit der 1,2 GHz schnellen Atom-CPU Z2520, 1 GByte DDR2-RAM und 4 GByte internem Speicher ausgestattet. Letzterer lässt sich mittels MicroSD-Karte um bis zu 64 GByte erweitern. Das 4-Zoll-TFT-Display löst 800 mal 480 Bildpunkte auf. An mobilen Kommunikationsschnittstellen sind GSM, GPRS, EDGE und UMTS mit HSPA+ (bis zu 42 MBit/s im Downstream und 5,76 MBit/s im Upstream) vorhanden. Alternativ steht zur Datenübertragung WLAN nach IEEE 802.11b/g/n sowie Bluetooth 4.0 zur Verfügung. Für Foto- […]
- ISH 2015: Positives Fazit bei Hansgrohe
Besucherandrang, Neuheitenfeuerwerk und mehrere Awards: die ISH war ein voller Erfolg Hansgrohe zieht nach Abschluss der Fachmesse ISH 2015 in Frankfurt ein überaus positives Fazit. Während der fünf Tage der weltweit größten Leistungsschau der Branche kamen rund 60.000 Besucher auf den Stand in der Festhalle: ein Ansturm auf das größte Neuheitenfeuerwerk in der Geschichte des Sanitärspezialisten, der mit 465 Neuprodukten seiner Marken Axor und Hansgrohe angereist war. Die Innovationskraft trug Früchte: Hansgrohe wurde gleich mehrfach ausgezeichnet. ?Die ISH 2015 ist die wichtigste Messe für Hansgrohe und wir beenden sie mit einem überaus positiven Fazit?, freut sich Richard Grohe, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe SE. ?Die Anzahl unserer Neuprodukte und drei Branchenpreise unterstreichen einmal mehr, dass wir zu den Innovationsführern der Branche gehören. Das haben uns die zahlreichen Besucher bestätigt. Wir konnten sie davon überzeugen, dass unsere Produkte für Bad und Küche […]
- Vorstellungsgespräch: Halten Sie Zeitpläne immer ein?
Vorstellungsgespräch: Halten Sie Zeitpläne immer ein? In diesem Artikel widmen wir uns dem Thema ?Zeitpläne einhalten? und unterstreichen Aspekte, welcher bei der Beantwortung dieser Frage wichtig sein könnten. Als Einstieg zur Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch empfehlen wir Ihnen folgende Fragen: 10 Fragen die Sie im Bewerbungsgespräch auf jeden Fall beantworten können müssen. 1. Wer hat den Zeitplan erstellt? Bei der Beurteilung eines Zeitplanes muss grundlegend erst einmal unterschieden werden, wer der Verfasser des Zeitplans ist (eigener Zeitplan vs. vorgegebener Zeitplan). Beantworten Sie sich folgende Fragen: Wie realistisch ist der Zeitplan? Welche Aspekte und mögliche Risiken sind in die Planung mit eingeflossen? Wie gut kennt der Autor des Zeitplanes die Arbeits- und Betriebsabläufe? Wie gut funktioniert das Zusammenspiel der einzelnen Teammitglieder? Wie viel Spielraum bleibt bei eventuellen Verzögerungen? Auf wessen Arbeit haben die Verzögerungen als erstes negative Auswirkungen? Wer ist Ansprechpartner, […]
- Dreharbeiten für Kardashian-Soap werden ausgesetzt
Wusstest Du schon… Sienna Miller war von Jude Law gelangweilt Der US-TV-Sender E! hat nach dem Pariser Raubüberfall auf Kim Kardashian (35) die Dreharbeiten für die neue Staffel zu ?Keeping Up with the Kardashians? unterbrochen. ?Kims Wohlbefinden steht bei uns momentan absolut im Fokus?, sagte ein Sprecher des Senders am Donnerstag dem Branchenblatt ?The Hollywood Reporter?. Wann die Produktion fortgesetzt werde, stehe zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Aber nicht nur die Reality-Soap der Kardashians liegt momentan auf Eis. Auch die Schwestern von Kim haben eigene Termine abgesagt. So findet laut ?Page Six? weder die Buch-Signierstunde von Khloé Kardashian noch die von Kendall und Kylie Jenner statt. Khloé war für eine Autogrammstunde beim New Yorker Buchhandelsriesen Barnes & Noble gebucht, um ihr neues Buch ?Strong Looks Better Naked? vorzustellen. Die Jenners wollten ihr Buch ?Time of the Twins? vorstellen. Wie […]
- Facebook verschenkt Werbe-Budgets für Gegenpropaganda
Auch wenn es manchmal anders scheint, hat man beim Social Network Facebook durchaus an Ideen, wie man etwas gegen hetzende Propaganda auf der Plattform tun kann. Die Löschung besonders gravierender Fälle ist dabei nur eine Methode – seit einiger Zeit versucht man auch, eine aktive Gegenrede zu fördern. Längst nicht alle Nachrichten und Kommentare, die weltoffenen und progressiveren Nutzern übel aufstoßen, verletzen Gesetze. Vieles fällt durchaus unter das Recht auf freie Meinungsäußerung – auch hierzulande und noch viel stärker in den USA. Das Recht, selbst ziemlich krude Denkweisen an die Öffentlichkeit zu tragen, schließt aber immerhin nicht ein, dass diese unwidersprochen bleiben müssen. Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer bei Facebook, hatte daher schon vor einiger Zeit von den Nutzern eingefordert, dass diese sich mit eigenen Stellungnahmen der Hetze anderer User entgegenstellen. Optimisten können hier darauf hoffen, dass das Prinzip, wonach […]
Mensaprojekt: Ein dreigängiges Sternemenü für nur 5 Euro
Es ist die wohl beste Mensa der Welt: An der Slow-Food-Universität im italienischen Bra verpflegen einige der bekanntesten Spitzenköche die Studenten ? weil sie dort selbst noch etwas lernen können. Von Georges Desrues
Die 29-jährige Jacqueline Blazer kann ihr Glück kaum fassen. Gemeinsam mit zwei weiteren Studenten wurde die Tübingerin dazu auserkoren, in der Küche der Universitätsmensa zu assistieren. Nun hört sich das zunächst nicht gerade wie ein Glücksfall ersten Ranges an ? wäre es nicht eine ganz außergewöhnliche Mensa, um die es hier geht. „Es ist die beste Mensa der Welt“, sagt Carlo Petrini mit einem Gesichtsausdruck und einer großen Geste, die unterstreichen sollen, dass Widerspruch zwecklos ist. Und tatsächlich ist es in diesem Fall äußerst schwer, dem charismatischen Präsidenten und Gründer der Slow-Food-Bewegung zu widersprechen.
Petrini hat ein neues Projekt vom Stapel gelassen: Seit dem Frühjahrssemester 2013 verfügt die kleine Slow-Food-eigene Universität im piemontesischen Städtchen Bra, 50 Kilometer von Turin, über eine neue Mensa, in der im Laufe des Jahres einige der besten und renommiertesten Köche der Welt die Studentenschaft bekochen werden.
Nun ist freilich auch die staatlich anerkannte Universität für Gastronomische Wissenschaften selbst ziemlich außergewöhnlich, war sie doch bei ihrer Eröffnung im Jahr 2005 die erste weltweit, die sich auf rein akademische Weise beschäftigte mit den Themen Essen und Trinken in Verbindung mit nachhaltiger Lebensmittelproduktion und Ernährungswissenschaft. Kochen stand also damals wie heute gar nicht auf dem Lehrplan. „Ich bin auch nicht hergekommen, um Kochen zu lernen, oder gar, um später einmal als Köchin zu arbeiten“, sagt deswegen auch Jacqueline Blazer, die zuvor kulturelle Anthropologie in Amsterdam studiert hat, „sondern um einen Masterkurs in Lebensmittelkultur, Kommunikation und nachhaltiger Gastronomie zu belegen“.
26 Küchenchefs aus aller Welt
Doch wäre es wohl kein Wunder, würde sie ihre Pläne noch ändern ? angesichts der Persönlichkeiten, mit denen sie in den nächsten Wochen und Monaten zusammenarbeiten wird. „Alles in allem sind es in diesem Jahr 26 Küchenchefs aus aller Welt, die hier abwechselnd kochen werden“, sagt Carlo Petrini und beginnt Namen aufzuzählen, die anschaulich belegen, wie gut vernetzt der Präsident von Slow Food in der Welt der Spitzengastronomie ist.
Den Reigen eröffnet hat im Frühjahr der Italiener Davide Scabin vom Zweisternerestaurant „Combal.Zero“ in Rivoli bei Turin. Ihm folgten im Juni der baskische Superstar Andoni Luis Aduriz, dessen Restaurant „Mugaritz“ auf der Pellegrino-Liste als drittbestes Restaurants der Welt geführt wird; und im Juli Marc Haeberlin, der in seinem Traditionshaus „Auberge de l’Ill“ im elsässischen Illhaeusern drei Sterne hält, die sein Vater schon 1967 erkochte.
Weitere Spitzenköche aus Italien und dem Ausland werden sich im Laufe des Herbstsemesters abwechseln. Als einer der ersten ist der Italiener Antonio Santini an der Reihe, dessen „Dal Pescatore“ in Canneto sull’Oglio bei Mantua mit drei Sternen vielen als bestes Restaurant des Landes gilt. Danach rückt der brasilianische Durchstarter Alex Atala aus São Paolo an, der mit seiner Amazonas-Küche bereits weltweites Aufsehen erregt. Und schließlich werden auch noch regelrechte Legenden aus der Welt der Gastronomie erwartet, wie etwa die Pionierin des Kochens mit lokalen Lebensmitteln, die Kalifornierin Alice Waters, oder sogar der Vater der Molekularküche, der Spanier Ferran Adrià, der seine selbst auferlegte zweijährige Pause im November für eine Woche unterbrechen wird, um in der Uni-Mensa am Herd zu stehen.
Wenn Carlo Petrini ruft, kommen sie alle
Unter den Gastköchen findet sich auch Giorgio Locatelli, dessen Michelin-besternte „Locanda Locatelli“ viele für das beste italienische Restaurant Londons halten. Und der sich zudem einen Namen gemacht hat als Kochbuch-Bestsellerautor, TV-Koch und Kolumnist der britischen Tageszeitung „The Guardian“. „Warum ich hergekommen bin? Na weil mein Freund Carlo Petrini gerufen hat!“, sagt Locatelli und legt lachend den Arm um die Schulter des Genannten, „und weil ich das Gefühl habe, dass ich hier selbst etwas lernen kann aus der Herausforderung.“
Diese bestehe darin, den Studenten ein dreigängiges Menü zu bieten, das zum einen weniger als fünf Euro kostet, und zum anderen aus lokalen und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln zubereitet wird, erklärt Petrini. „Dabei legen wir viel Wert darauf, dass die Zutaten gemäß der Slow-Food-Philosophie gut, sauber und fair sind und in der Küche so wenig Abfall wie möglich anfällt“, fügt der Slow-Food-Präsident hinzu. Und das ist oft alles andere als einfach. „In der Woche, bevor sie eintreffen, schicken uns die Köche ihre Vorschläge, damit wir die Zutaten einkaufen und bestellen können“, sagt Jacqueline Blazer, „da müssen wir oft bereits Änderungen vornehmen, weil es die Produkte hier gar nicht gibt, oder aber sie in Italien viel zu teuer sind.“
So hatte der gebürtige Italiener Locatelli auf seinen Wunschzettel etwa frischen Kabeljau geschrieben, was offenbar gar nicht geht, und von Blazer deswegen kurzerhand durch billigere und weniger überfischte Makrelen ersetzt wurde. „Sorry, aber ich lebe und arbeite seit über 20 Jahren im Ausland und war mir tatsächlich nicht bewusst, dass Kabeljau in Italien fast das Dreifache dessen kostet, was wir in England dafür zahlen“, entschuldigt sich Locatelli.
Der Speisesaal ist eher spartanisch eingerichtet
Untergebracht ist die Universität für Gastronomische Wissenschaften in einem prachtvoll renovierten neugotischen Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert, der zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. In einem Teil davon, den ehemaligen Stallungen, also genau dort, wo bis Ende letzten Jahres das Sternerestaurant „Guido“ seine Gäste empfing, befindet sich auch die Mensa. Als das „Guido“ in ein ehemaliges Jagdschloss übersiedelte, wurde die luxuriöse Ausstattung seines Speisesaals zum großen Teil entfernt, die komfortablen Sessel und runden Tische wichen spartanischen Stühlen und langen Tischreihen. Die Küche samt Einrichtung hingegen blieb weitgehend unverändert.
„Sie ist komplett ausgestattet und so geplant worden, dass auch Hochzeiten und andere Großveranstaltungen bekocht werden können“, sagt Gastro-Studentin Blazer und führt durch die weitläufige und chromblitzende Küche, wo sich der Starkoch aus London bereits seinen Arbeitsplatz einrichtet. Nein, sagt Carlo Petrini, Problem sei es überhaupt keins gewesen, die ganzen Superstars von einer Teilnahme an dem Projekt zu überzeugen ? auch wenn diese gänzlich unbezahlt ist, und die Köche lediglich freie Kost und Logis erhalten.
„Erst vor Kurzem war ich bei der Verleihung einer Kochtrophäe in Lyon und habe dort mit weiteren Küchenchefs gesprochen, wie etwa dem Franzosen Michel Bras und dem Dänen René Redzepi, sie alle wollen mitmachen“, freut sich der Slow-Food-Präsident, der in Bezug auf das Projekt auch gerne von Öko-Gastronomie spricht, worunter er versteht, so umweltfreundlich wie möglich zu arbeiten, wenig Energie zu verbrauchen und vor allem Abfall zu vermeiden. „Ich denke, die Spitzenköche reizt einfach die Herausforderung, mit Lebensmitteln anders umzugehen, als sie es gewohnt sind, und dabei ihre Arbeit mit zusätzlicher Bedeutung zu erfüllen“, sagt Petrini. Damit nicht für die Mülltonne gekocht wird, wurde ein recht kompliziertes Anmeldesystem entwickelt, über das die Studenten ihre Plätze im Voraus reservieren müssen. So weiß die Küche im Voraus, welche Mengen sie einkaufen muss und wie viele Portionen sie zu kochen hat.
Zutritt nur mit Reservierung
An diesem Tag stehen zur Auswahl Casarecce, also halblange Nudeln mit Tomatensauce, die, je nach Wunsch, mit oder ohne Makrele serviert werden, sowie Kaninchen mit Oliven in Weißwein, oder aber eine Ratatouille aus Rüben mit Paprikacreme für jene, die kein Fleisch wollen. Und danach Tiramisu im Glas.
Der Speisesaal beginnt sich langsam zu füllen, am Eingang wird genau kontrolliert, wer eine Reservierung vorweisen kann und wer nicht. Locatelli bringt selbst seine Töpfe aus der Küche zur Ausgabe. 120 Essen hat er heute vorbereitet. „Es ist eben eine sehr kleine Universität“, sagt er, „aber wenn die Rechnung aufgeht, wäre der Beweis erbracht, dass eine qualitätsvolle, gesunde Kantinenküche zu solchen Preisen und mit Respekt vor dem Lebensmittel überhaupt machbar ist. Und das Projekt könnte anderenorts und im größeren Rahmen wiederholt werden.“
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